Forschungsschwerpunkte

Der Forschungsschwerpunkt unserer Gruppe ist der Schmerz bei Tieren, der nicht nur in der tierärztlichen Praxis eine große Rolle spielt, sondern auch ein wichtiges ethisches Anliegen für die gesamte Gesellschaft ist. Unser Ziel ist es, objektive, valide und zuverlässige Werkzeuge zu entwickeln, um nozizeptive physiopathologische Prozesse und das Schmerzverhalten zu bewerten und Verfahren und Techniken zur Verbesserung der perioperativen Schmerzbehandlung bei Haustieren zu verfeinern.
Hauptbereiche von Interesse sind:

  • Schmerzdiagnose: Wir charakterisieren das nichtinvasive neurophysiologische Modell des nozizeptiven Entzugsreflexes, um spinale nozizeptive Verarbeitung bei wachen oder anästhesierten Tieren zu erforschen und zu quantifizieren, indem verschiedene Nozizeptiven Stimulationsparadigmen bei verschiedenen Spezies verwendet werden. Für diesen Schwerpunkt wurden fruchtbare internationale Kooperationen mit Experten der Schmerzforschung bei Menschen aufgebaut. Andere quantitative sensorische Testmethoden werden in verschiedenen Spezies untersucht und validiert.
  • Systemische peri-operative Schmerzbehandlung: Wir bieten speziesspezifische neurophysiologische und klinische Nachweise für dosisabhängige anti-nozizeptive und anti-hyperalgetische Wirkungen verschiedener konventioneller systemischer Medikamente, fördern das Verständnis ihrer Mechanismen der analgetischen Wirkung und wenden wann immer möglich einen PK-PD-Modellierungsansatz an. Verschiedene Medikamente wie Alpha-2-Agonisten, Opioide, Ketamin, Lidocain und Isofluran wurden bei Hunden, Pferden und Wiederkäuern untersucht.
  • Lokale Analgesie: Wir optimieren Methoden zur lokalen Analgesie zur Verbesserung der perioperativen Schmerzbehandlung bei verschiedenen Spezies. Unter anderem wurde die analgetische Wirksamkeit von intra-artikulären, peri-neuralen oder epiduralen Lokalanästhetika und Opioiden in orthopädischen Operationsmodellen sowohl bei Hunden als auch bei Pferden und Wiederkäuern getestet. Techniken für ultraschallgeführte lokoregionale Blöcke werden derzeit in verschiedenen Arten evaluiert.

Die aktuelle Forschung konzentriert sich auf:

  1. Errichtung neuer nicht-invasiver Modelle zur Untersuchung von Verhaltens- und neurophysiologischen Mechanismen von Schmerzen bei Tieren.
  2. Beurteilung des pharmakologischen Profils, der klinischen Wirksamkeit und der neurophysiologischen / neuroendokrinen Modulation mehrerer anti-nozizeptiver Behandlungsstrategien wie neu entwickelter Medikamente und Implantate
  3. Untersuchung der Auswirkungen von invasiven Haltungsverfahren auf die Entwicklung von akuten und chronischen Schmerzen bei Nutztieren
  4. Optimierung von kurz- und langfristigen lokalen Analgesietechniken unter Verwendung von Ultraschall und Neurostimulationsanleitung für perineurale Injektionen bei verschiedenen Tierarten